Warum gab es 1933 nur 12 Millionen Beschäftigte in Deutschland?

Die eine Ursache ist bekannt: 6 Millionen Arbeitslose waren wegen der im Oktober 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise noch immer ohne Arbeit.

Aber selbst bei einer Vollbeschäftigung hätte es damals nur 18 Millionen Beschäftigte gegeben - bei einer Bevölkerungszahl von 72 Millionen.
Im Idealfall wäre also nur jeder 4. Bürger einer bezahlten Arbeit nachgegangen - verglichen mit heute (Beschäftigungsquote weit über 50 %) ein ganz niedriger Wert.

 

Mehr Kinder, mehr Hausfrauen!

Erklären lassen sich diese gravierenden Unterschiede recht einfach:

Erstens war es damals üblich, dass verheiratete Mütter sich ausschließlich um ihre Familie kümmerten und keinem Beruf nachgingen (obwohl das Geld äußerst knapp war und im Durchschnitt das Haushaltseinkommen höchstens ein Viertel dessen betrug, was heute einer Hartz-IV-Familie zugestanden wird).
Zu bedenken dabei ist, dass damals trotz kleinerer Wohnungen der Arbeitsaufwand im Haushalt ungleich höher war (keine Waschmaschine, keine Staubsauger, keine Fertiggerichte usw.). Schon aus zeitlichen Gründen konnte eine Hausfrau mit Mann und drei Kindern keinem Beruf nachgehen.

Zum anderen erklärt sich die damalige geringe Beschäftigungsquote auch aus der hohen Kinderzahl. Die Bevölkerungsstruktur war eine ganz andere als heute: Es gab mehr Kinder, weniger arbeitsfähige Erwachsene, aber auch viel weniger Rentner.

 

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