Behauptung, Vorurteil:

"Aber die Entwicklungs- und Schwellenländer profitieren doch von der Globalisierung..."

 

Antwort:

Wenn man an die aufstrebenden Schwellenländer China, Indien, Brasilien usw. denkt, möchte man der obigen These sofort zustimmen.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn für den chinesischen Erfolg war vor allem die Hinwendung zum Kapitalismus und die Öffnung zum Westen verantwortlich. Auch in den anderen Aufsteigerländern spielten gravierende Veränderungen die Hauptrolle (allgemeiner technologischer Fortschritt, Bekämpfung der Korruption, verbesserte Bildungssysteme, Anstieg der Rohstoffpreise usw.).

Es ist sehr schwierig zu bewerten, welchen Anteil die Globalisierung (Verlagerung der Produktion in die Billiglohnländer) an dieser Entwicklung hat, denn auch in früheren Zeiten sind schließlich arme Agrarländern zu modernen Industrienationen aufgestiegen.

Ich halte es für einen Fehler anzunehmen, die Ausbeutung der Arbeitskraft (Kapitalistisches Ermächtigungsgesetz) diene dem Wohl der Menschheit.

 

Weiterführende Abhandlungen:
Ermöglicht die Globalisierung den Entwicklungs- und Schwellenländern den Aufstieg zur Industrienation?

Die Gewinner und Verlierer der Globalisierung

 

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 © Manfred J. Müller, Flensburg

 

 


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